"Die Juden gehen schweren Zeiten entgegen

- The Jews are entering a difficult period."
                                                    

Interview mit Horst Mahler

Interview with Horst Mahler

 

"Die Juden gehen schweren Zeiten entgegen"

"The Jews are entering a difficult period."

 

Interview mit der Bulgarischen Zeitung "Politika",am 17. 11.2004

Interview with the Bulgarian Magazine "Politika" 17 Nov 2004

 

1. Politika: Herr Mahler, mit welchen Parteien und Organisationen aus Osteuropa pflegen Sie Kontakt?

1. Politika: Mr. Mahler, with which parties and East European organizations do you maintain contact?

 

Mahler: Ich pflege keine Kontakte zu Parteien und Organisationen in Osteuropa.

Mahler: I do not maintain contact with any parties or organizations in Eastern Europe.

 

2. Politika: Gibt es in den ehemaligen Ostblockländern Voraussetzungen damit eine nationalistische Partei Anhänger und Wahlen zu gewinnen, wie das in Deutschland geschah?

2. Politika: In the former countries of the Eastern Block, do the necessary prerequisites exist for a nationalistic party to win followers and elections, as has occurred in Germany?

 

 

Mahler: Das kann ich nicht beurteilen.

Mahler: There's no way I can judge that.

 

3. Politika: Arbeiten Sie in diese Richtung und wie?

3. Politika: Are you working in this direction and if so, how?

 

Mahler: Nein, das wäre Vergeudung von Kräften, die an anderer Stelle dringend gebraucht werden.

Mahler: No, that would be a dissipation of resources which are urgently needed elsewhere.

 

4. Politika: In einem Interview nennen Sie die Demokratie "Heuchelei".

4. Politika: In an interview, you refer to Democracy as "Hypocrisy."

Warum und was bieten Sie als Alternative an?

Why is that, and what would you recommend as an alternative?

 

 

Mahler: Was man gemeinhin unter Demokratie versteht ist Judenherrschaft, vermittelt durch die Verfügungsmacht über das globale Finanz- und Währungssystem und durch die Medienmacht der Jüdischen Plutokraten.

Mahler: What is generally meant by "Democracy" is actually Jewish rule, which Jewish plutocrats exercise through their control of global finance, the monetary system and the media.

Ich habe nichts anzubieten.

I have no alternative to offer.

Ich weiß, daß die Völker sich vom Jüdischen Joch befreien werden.

I do know that the nations are going to liberate themselves from the Jewish yoke.

Sie werden als Völker jeweils aus eigener Kraft sich die Gestalt (Verfassung) geben, in der sie als selbstbestimmter Wille da sind, als selbstbewußte und dadurch freie - Volksgemeinschaft.

As nations, they will someday, by means of their own power,  create for themselves a constitution or form of government in which they, consciously and through their own volition, will govern themselves as liberated national commonwealths.

 

 

5. Politika: Was für Menschen in Deutschland und Europa wollen Sie mit Ihren Ideen ansprechen?

5. Politika: Which people in Germany and Europe do you wish to address with your ideas?

 

Mahler: Das ist eben das demokratische Mißverständnis.

Mahler: This is precisely the democratic misunderstanding.

Ich will nicht "die Menschen ansprechen", sondern dem Geist Ausdruck geben, wie er sich auf der höchsten Höhe der Deutschen Idealistischen Philosophie in der Person des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel selbst erfaßt

hat.

I do not want to "address the people."

Rather, I want to give expression to the spirit at the greatest heights of German Idealistic Philosophy, in the person of the philosopher Georg Wilhelm Friedrich Hegel himself.

Dieser Geist findet in den endlichen Geistern, den Menschen, ein Echo (Hegel nannte diese Erscheinung das "Zeugnis des Geistes") und wird durch sie zur befreienden Tat.

This immortal spirit creates an echo in the finite spirits of mankind: Hegel calls this our "Proof of Spirituality."

Through men, it becomes the act of liberation.

 

6. Politika: Wie sehen Sie die Zukunft Europas?

6. Politika: And how do you see the future of Europe?

Mahler: Europa ist der Erdteil des Weißen Mannes und der Freiheit.

Mahler: Europa is the continent of freedom and the white man.

Die europäischen Völker werden sich jetzt der weltumspannenden Zerstörung

durch den Judaismus bewußt.

The European nations are growing aware of the global devastation wreaked by Judaism.

Allein durch dieses Bewußtsein erleidet die Jüdische Weltherrschaft jetzt ihr Ende.

This realization alone is enough to bring about an end to  the global domination of the Jews.

Im Aufstand gegen die Plutokratie gewinnen die Völker ihr Selbstbewußtsein als Volksgemeinschaft.

By revolting against plutocracy, the nations are gaining self awareness as national entities.

Auf dieser Grundlage werden sie den Jahwekult als Satanskult enttarnen, die Zinsknechtschaft durch Verstaatlichung des Kreditwesens brechen, die Medien

und Bildungseinrichtungen aus den Fängen der Plutokratie befreien sowie die Jüdische Diaspora als feindlichen Staat im Staat erkennen und die Juden unter Fremdenrecht stellen.

On this basis of this realization, they will expose the worship of Jaweh as a satanic cult and abolish interest slavery by nationalizing credit systems.

They will also liberate the media and educational institutions from the jaws of plutocracy.

Then they will recognize the Jewish Diaspora as a hostile state within a state and place the Jews under the governance of laws for aliens.

Das Russische Reich und das Deutsche Reich werden sich in einer Lebensgemeinschaft wiederfinden und als solche den in Europa angestammten Völkern Freiheit und Frieden gewährleisten.

The Russian and German realms will rediscover their commonality of interest, and this will assure peace and freedom to the peoples of European derivation.

Das Deutsche Reich wird bereit sein, Großbritannien und Frankreich den Verrat an Europa zu verzeihen, wenn diese Nationen das völkerrechtliche Verbot der Intervention raumfremder Mächte zur Grundlage ihrer Außenpolitik

machen und sich dadurch dem Deutschen Reich in freundlicher Gesinnung zuwenden.

The German Reich must be prepared to forgive Great Britain and France for their treachery against Europe, provided they adopt a new foreign policy based on nonintervention in the affairs of others.

This new foreign policy will favor the national rights of others, which will ensure friendly relations with the German Reich.

 

 7. Politika: Was hat Sie bewegt von extrem links zum Nationalismus überzugehen?

7. Politika: What caused you to make the transition from the extreme left to nationalism?

 

Mahler: mit dieser Frage von Ihnen Begrifflichkeit ist wirklichkeitsfremd.

Mahler:  Here you are making an assumption which is quite removed from reality.

 

8. Politika: Wie haben Sie sich gefühlt, als im Prozess "Die Bundesregierung gegen NPD" Ihr Opponent, Ihr ehemaliger RAF-Anwalt und jetzige Bundesinnenminister Otto Schily war?

8. Politika: How did you feel when, in the case of the BRD vs. NPD, you were opposed by Otto Schily, your former Red Army Faction attorney, who is now a minister in the BRD?

 

Mahler: Otto Schily, den ich als freiheitsliebenden Menschen kennengelernt hatte, als Schoßhund der fremden Herren über Deutschland erleben zu müssen, stimmte mich traurig.

Mahler:  It saddened me to observe Otto Schily, whom I once knew to be a champion of freedom, behaving like the lapdog of Germany's foreign masters.

 

9. Politika: Was denken Sie über den amerikanischen "Krieg gegen den Terrorismus"?

9. Politika: What is your opinion of the American "War on Terrorism."

 

Mahler: Es gibt keinen Krieg der USA gegen den Terrorismus. Wir sind Zeuge einer weltweiten Schreckensherrschaft, die von den USA unter Jüdischem

Einfluß ausgeht.

Mahler: There is no American war against terrorism.

We are witnessing a worldwide  campaign of terror, a proxy war conducted by the USA on behalf of the Jews.

 

10. Politika: Man nennt Sie "Märtyrer für eine bessere Welt". Sind Sie mit dieser Bezeichnung einverstanden?

10. Politika:  People call you a "Martyr for a better world."

Do you agree with this assessment?

 

Mahler: Das ist Unsinn. Ich lasse es mir nicht nehmen, das laut zu sagen, was ich denke. Das ist alles.

Mahler: That is nonsense.

I just dare to say what I think, that's all.

 

11. Politika: Können Sie die Mythen nennen, gegen die Sie kämpfen und wer diese Mythen in die Welt gesetzt hat?

11. Politika: Can you tell us which myths you are struggling against, and who is the author of these myths?

 

Mahler: Ich kämpfe nicht gegen Mythen sondern gegen reale Feinde.

Mahler: I don't fight myths, I fight real enemies.

 

12. Politika: Kann das Vierte Reich Realität werden?

12. Politika: Is it possible for the Fourth Reich to become reality?

 

Mahler: Das Deutsche Reich ist 1945 nicht untergegangen.

Mahler: The German Reich did not perish in 1945.

Es existiert als Staats- und Völkerrechtssubjekt fort.

It still exists as a national and peoples' state.

Durch die völkerrechtswidrige Festnahme der Mitglieder der Reichsregierung unter Admiral Dönitz am 23. Mai 1945 und die Ermordung der führenden Persönlichkeiten des Reiches ist dieses lediglich handlungsunfähig geworden.

Because of illegal apprehensions of members of the Reich government by Admiral Dönitz on 23 May 1945, followed by the murders of its leading personalities, the Reich simply lost the ability to function.

Im kommenden Aufstand des Deutschen Volkes wird es seine Handlungsfähigkeit zurückgewinnen.

In the coming insurrection of the German people, the Reich will regain that ability.

 

13. Politika: Wie ist Ihre Meinung zum Verbot von Vlaams Block in Belgien?

13. Politika: What is your opinion about the prohibition of the Vlaams Block in Belgium?

 

Mahler: Die Judenherrschaft ist jetzt schon gezwungen, die Kulissen, die sie zwecks Verdeckung der Hintergrundmacht aufgestellt hat, wegen Ungehorsams der Statisten abzuräumen.

Mahler: Jewish rulership is now compelled to dispense with the screens they had used to provide cover for their rule from the wings, because of mutiny by the stage hands.

Das ist ein großartiger Erfolg im Freiheitskampf der Völker.

This is a magnificent success in the liberation struggle of the European peoples.

Diese können jetzt ihre Lage besser einschätzen und dadurch den gemeinsamen Feind etwas deutlicher erkennen.

Now it is much easier for them to evaluate their position and identify their common enemy.

Ein klares Feindbild ist die wichtigste Voraussetzung für

erfolgversprechende Kriegshandlungen.

A clear view of the enemy is the most important prerequisite for actions that promise victory in war.

 

14. Politika: Wie wird sich der Wahlerfolg von NPD und DVU auf die politische Situation und die Zukunft Deutschlands auswirken?

14. Politika: What effect are the electoral victories of NPD (National Party of Germany) and DVU (German Peoples Union) going to have on the political situation and the future of Germany?

 

Mahler: Es ereignet sich mit dem Wahlerfolg der NPD ein Dammbruch.

Mahler:  The electoral victory of the NPD was the collapse of  a political dam.

Von Wichtigkeit ist, daß die Führungsleute dieser Partei ebenso die überwiegende Mehrheit ihrer Mitglieder - nach 1945 geboren worden sind.

It is very significant that the leaders of this party, as well as the overwhelming majority of its members, were born after 1945.

Ihr Vorsitzender, Udo Voigt, hat Prof. Dr. Carlo Schmid, dem "Vater des Grundgesetzes" folgend - die Bundesrepublik Deutschland öffentlich als eine Form der Fremdherrschaft markiert und ihre Abwicklung angekündigt.

Its chairman, Udo Voigt, following the example of Prof. Dr. Carlo Schmid, "the father of the Constitution," has openly branded the Federal Republic as rule by foreign domination and demanded its dissolution.

Er hat Adolf Hitler - zum ersten Male ebenfalls öffentlich - als einen großen Deutschen Staatsmann bezeichnet und unter Hinweis auf eine Veröffentlichung des Leitenden Redakteurs des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL , Fritjof Meyer, die Holocaustreligion in Frage gestellt.

Also for the first time publicly, he named Adolf Hitler a great

Statesman; and with reference to a publication of the chief editor of the news magazine Der Spiegel, Fritjof Meyer, he questioned the Holocaust religious dogma.

 Das NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise hat Adolf Hitler sogar als den "Größten Staatsmann des vergangenen Jahrtausends" bezeichnet, ebenfalls öffentlich im Rahmen eines Fernsehinterviews.

The NPD member of the Governing Committee in Parliament, Thorsten Heise, went so far as to call  Adolf Hitler the "greatest statesman of the past millenium, " likewise in the context of a television interview.

Die Bedeutung dieser Äußerungen kann bezüglich ihrer Langzeitwirkung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

The significance of these utterances can not be overstated, as far as their long term effect is concerned.

Ereignisse dieser Art werden sich jetzt häufen.

Events like this are going to proliferate.

Schon läßt sich feststellen, daß der Mut-Pegel in unserem Land deutlich gestiegen ist.

It is already discernible that the level of courage in our country has risen noticeably.

Die Juden gehen schweren Zeiten entgegen.

The Jews are entering a difficult period.

Die geschichtliche Wahrheit schlägt gewaltig gegen die Tore Judas und fordert Einlaß.

Historical truth is pounding mightily on Judas' door and demanding admittance.

Längst ist es heraus, daß nicht das Deutsche Reich die Weltkriege des vergangenen Jahrhunderts angezettelt hat, sondern die hinter den Briten und den Amerikanern wirkende Macht.

It has been known for a long time that it was not the German Reich that started the world wars of the preceding centruy, but rather the power behind the British and Americans.

Die Greuelpropaganda gegen das Deutsche Reich ist erst nach 1945 ins Unermeßliche gesteigert worden und wird noch heute täglich intensiver und es wird jetzt erkannt, daß das die Fortsetzung eines Vernichtungskrieges gegen

das Reich mit anderen, nicht militärischen  Mitteln ist, mit der

Seelenmordwaffe.

The atrocity propaganda directed against the Reich has been

unceasingly intensified since 1945 and is being intensified again today.

It is also clear that this never ending war of attrition against the Reich is now being continued with weapons which are not of a military nature.

Today we are being attacked with spiritual weapons which are designed to annihilate the German soul.

Die "Septemberlüge", das Greuelmärchen vom Angriff Osama bin Ladens auf die USA, wird heute weltweit erfolgreich bekämpft.

Furthermore the "September Lie" the gruesome fairy tale about Osama bin Ladens unprovoked attack on the USA, is now being challenged worldwide.

Aus dem sich deutlich abzeichnenden Erfolg in diesem Kampf wird weltweit das Bewußtsein hervorgehen, daß die Jüdische Medienmacht eine tödliche Bedrohung für die ganze Menschheit ist.

From the unmistakable victory of Washington's opponent has emerged the worldwide realization that the Jewish media monopoly represents a mortal danger for all mankind.

Es kann nicht ausbleiben, daß die Macht der Lüge dann auch auf den anderen Schlachtfeldern zusammenbricht, auf denen die Wahrheit gegen die Jüdischen Lügen angetreten ist.

It is inevitable that the power of the Big Lie is going to collapse on other battlefields as well, wherever the truth is courageous enough to challenge Jewish lies.

Die Welt wird die Wahrheit der Ansprache Jesu an die Judenführer erkennen, die da lautet:

The world is going to recognize the truth of Jesus' speech to the leaders of the Jews:

"Ihr habt den Teufel zum Vater und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun.

"For ye have the devil as father, and ye wish to carry out your father's desire.

Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn die Wahrheit ist nicht in ihm.

He was a murderer from the beginning, not holding to the truth, for the truth is not in him.

Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge." (Joh 8, 44)

When he tells lies he is but speaking his native language, for he is a liar and the father of lies." (John 8: 44)

 

 

veröffentlicht 20.03.2005, 19:44

Posted 20 Mar 2005, 19:44

 

 ----- Original Message -----

From: "jdamon" <jdamon@austintx.net>
Sent: Wednesday, March 30, 2005 5:40 AM
Subject: FW: Interview with Horst Mahler

 

Der Absolute Geist ist Körper und Geist gleichzeitig.

Sent: Saturday, April 09, 2005 4:12 PM

Subject: Re: AW: LERNEN... Konkrete Nachfrage zum Mythos "AH"

JFBulli@netscape

 


Ich zitiere mich nachfolgend (aus früheren E-Post Nachrichten) selbst:

 

Geist und Materie sind einander bedingende und wechselseitig durchdrungene Gegensätze in einer kategorial differenten Art ihres Gegeben-seins. Identifiziert man ihre Bedeutung qua Subsumtion unter ihren dem Menschen gegebenen Sinn als Subjekt oder Objekt ohne dabei den Gegenbegriff mit zu denken, so erhält man einen reinen Geist als Seele und eine reine Materie als unbeseelte Natur. Das Denken gelangt dann entweder zur Verleugnung der Seele als einer phantasmatischen Illusion oder zur Verleugnung der Natur als einer Illusion der Sinne. Und die Lebenspraxis kann nur noch entweder das eine oder das andere wählen und muß sich pro oder contra entscheiden, man wird dann z. B. entweder Priester oder Ingenieur.

Während der Priester aber vor der zunehmenden Erkenntnis der Naturwissenschaften verstummen muß, geht es dem Ingenieur weitaus besser. Er kann einfach und überzeugend einen Monismus der Energie behaupten und mit dem Begriff der Libido sogar die vielfältigen Illusionen über die Seele mechanisch aufklären. Letztlich muß er dann aber doch etwas Unerkennbares annehmen. Dies führt dazu, daß sich der Ingenieur den nicht stillstellbaren Forderungen des Denkens entzieht, indem er dieses Unerkennbare als „black box” ausklammert oder sich einen leeren Namen dafür ausdenkt und so eine Lösung vortäuscht.
Das selbstreflektive Bewußtsein kann aber nicht auf Dauer getäuscht werden, es verlangt machtvoll nach der Aufhebung der Widersprüche und kann seine Suche nicht aufgeben. Es ist gleichsam zur Wahrheit verurteilt. Während ein fernöstlicher Religionsvirtuose oder ein gnostischer Meister diese qua subjektiver Erleuchtung finden mag, bleibt uns wissenschaftsgeschädigten Post-Cartesianern nur die objektive Methode der Analyse von Lebenspraxis und Bewußtsein. Wir müssen daher die Sache so lange konstellativ umkreisen, bis sich unser Denken in deren Mitte hineinvollzieht und damit sachhaltig wird.

Das heißt nicht, daß wir versuchen sollen Subjekt und Objekt a priori zusammen zu setzen. Im Gegenteil, wir müssen jeden der beiden dialektischen Gegensätze analytisch scharf trennen und gesondert in seiner Reinform betrachten, denn dann ist es die Dialektik des Erkenntnisprozeses selbst, die den Widerspruch synthetisiert und uns den aufhebenden Gedanken anbietet. Wir müssen ihn dann nur noch denkend erfassen und uns zu eigen machen.

Dies gilt deshalb, weil der Kognitionsapparat, der unserem Intellekt zur Verfügung steht, nur begrenzte Teile des Daseins wahrnehmen kann und daher zwingend solche Grenzen konstituieren muß. Und korrespondierend dazu ist unsere Sprache nur dann deutlich und klar, wenn sie in ihren Begriffen sorgfältig trennt und scharf abgrenzt. Wir müssen und sollen also so verfahren, sonst können wir nicht genau erkennen und je schärfer wir trennen umso deutlicher wird unsere Erkenntnis. Diese epistemologisch notwendige Entzweiung und Entfremdung erzeugt zugleich einen ebenso starken, gegenläufigen Zwang zur Vereinheitlichung und Rückverbindung. Wir müssen und sollen daher alles auf die Begriffe eines einzigen Prinzips zurückführen.
Diese Spannung dürfen wir nicht zu früh auflösen. Hierin unterscheidet sich die Struktur praxisentlasteter wissenschaftlicher Erkenntnis von lebenspraktischem Verstehen. Während dieses bewußtlos verkürzen muß um schnell handeln zu können, ist jene dieser praktischen Notwendigkeit enthoben und sollte bewußt und willentlich die beiden Phasen voneinander trennen und die erste erst dann beenden, wenn sie auch vollendet ist. Erfolgt die integrierende Rekonstruktion des Prinzips nicht auf der Basis zuvor hinreichend sachhaltig ausdifferenzierter Begriffe, so potenzieren sich deren Unschärfen und man erhält als Ergebnis etwa „Licht”, „Geist” oder „Gott” ohne so recht zu wissen, was das eigentlich ist.

Weil die oben beschriebene Struktur so ist, wie sie ist, werden wir auf dem Weg der bewußten Entfremdung und synthetischen Rückverbindung begriffenes Bewußtsein entfalten und mit vollem Bewußtsein das Ziel erreichen, nämlich das noch Jenseitige, das noch jeder Beschreibung oder gar Definition sich entzieht aber wirklich und erreichbar ist, rekonstruktiv zu erschließen.
Wir können das Ziel nur dann verfehlen, wenn wir uns weigern diesen Weg zu gehen. Dann ist aber der Mensch als Mensch gescheitert und Natur muß nach neuen, anderen Möglichkeiten der Selbsterkenntnis suchen.

Nun kann man meiner Analyse entgegenhalten, daß genau deshalb, weil die physischen Sinne des Menschen begrenzt sind, die Vernunft dieser Begrenzung nicht entkommen kann. Man kann behaupten, daß sich diese immer nur mit dem aus-ein-ander-setzen kann, was jene ihr vermitteln. Dieses Argument verkennt die Bedeutung von Sprache. So ist bereits Zeit nicht mehr sinnlich vermittelt, sondern rekonstruktiv erschlossen. Noch klarer wird dies am Beispiel der Mathematik. Wenn ein Mathematiker eine Formel liest, welche Zusammenhänge etwa in der fünfundzwanzigsten Dimension beschreibt und diese deshalb versteht, weil er sie liest, dann ist dieses Lesen jenseits der sinnlichen Vermittlung. Es gibt also erkennbare Wirklichkeiten außerhalb der Reichweite der Sinne.

Der Mensch hat Fähigkeiten, die eher die Physiologie bestimmen, mit deren Hilfe er Kontakt mit der Welt hält, als daß sie von ihr bestimmt wären. So kann er z. B. seine physischen Sinne technisch erweitern und auch ästhetisch in die Bereiche des Mikro- und Makrokosmos vordringen.

Anzumerken ist, daß die Aufklärung mit KANT als ihrem Höhepunkt eine notwendige Phase im Weltprozeß war. Ihr Nutzen überwiegt bei weitem den Schaden, denn die Wahrheit war zuvor durch vernunftwidrige Dogmen bis zur Unkenntlichkeit entstellt worden. Daß dabei zugleich mit ihrer Entstellung auch die Wahrheit selbst entsorgt worden ist, war unvermeidlich. Und es war keinesfalls eine rücksichtslose, anmaßende Verirrung, sondern im Gegenteil ein intellektuell redlicher, gewissenhafter und in seinen Grenzen außerordentlich hilfreicher Versuch Welt zu erklären. Daß dieser Versuch in einem Irrtum enden mußte, liegt in der Natur der Sache selbst. Wahrheit läßt sich nur durch Irrtum erreichen. Man kann sagen, daß Irrtum eine Wahrheit ist, deren Fehler nur in ihrer Begrenzung liegt.

Für die Gegenstandskonstitution meiner Arbeit ergibt sich methodologisch, Lebenspraxis und Bewußtsein in genau denjenigen Phänomenen zu untersuchen, in denen sie sich möglichst rein ausdrücken, also nicht dort, wo sie physiologisch kontaminiert sind.

Wenn man behauptet, die Materie sei die einzige Wirklichkeit und die relative, ausgedehnte und meßbare Welt das Einzige, dessen wir uns gewiß sein können, dann impliziert dies, daß das Jenseits nur eine Abstraktion des Denkens, ein Nicht-Seiendes ist. Diese Implikation ist aus der Perspektivität dieser Position gerechtfertigt.

Sagt man hingegen, nur der reine Geist sei wirklich, dann impliziert dies, daß die relative Welt nur eine umgekehrte Abstraktion eines Bewußtseins ist, das sich aus dem Geist zurückzieht. Welt ist dann der Traum eines Schlafenden. Auch dieser Schluß ist logisch legitmiert.

Die erste Behauptung ist durch die Erfahrung des Materialisten gestützt, die zweite durch die des Asketen. Beide sind legitim. Zu fragen ist, ob es eine Erfahrung oder Logik gibt, welche eine der beiden Aussagen stützt, ohne daß dem zugleich mit ebenso zwingender Logik eine gleich-wertige kontradiktorisch entgegensteht.

Die materielle Welt wird durch die physiologischen Sinne vermittelt und damit als Materie erfahren. Weil diese Sinne auf einen bestimmten Ausschnitt der Materie begrenzt sind, kann man daraus aber nicht schlie-ßen, daß alles, was nicht sinn-lich wahrgenommen werden kann auch nicht wirklich sei. Spätestens seit der Entdeckung der Radiowellen ist diese an-maßende Behauptung empirisch falsifiziert. Trotzdem gründet die These, alles Über-Sinnliche sei notwendig entweder Illusion oder Halluzination struktural auf genau dieser falschen Gleichsetzung des Wirk--lichen mit dem sinnlich Wahrnehmbaren. Sie ist daher als unqualifiziert von der weiteren Betrachtung auszuschließen.

Man kann sagen, alles phänomenale Dasein bestehe aus einem Beobachter und einem beobachteten Objekt, das ohne den Beobachter nicht agieren könne, weil Welt nur für ein beobachtendes Bewußtsein existiere und außerhalb dessen nicht wirklich sei. Dem läßt sich aber entgegenhalten, daß Welt aus sich selbst heraus existent sei: Das Universum war schon, noch bevor Leben und Bewußtsein darin emergierten und wird immer noch sein, wenn beides wieder verschwunden ist.

Dies ist eine höchst folgenreiche Differenz, denn sie entscheidet über den Wert humaner Lebenspraxis. Trifft die zweite Behauptung zu, so ist der Mensch als Gattung und als Einzelner bedeutungslos; sowohl in seiner Existenz, als auch in seinem Handeln. Aber auch dann, wenn es diesen beobachtenden Zeugen gibt, so kann dieser nicht das individuelle, be-schränkte Bewußtsein des Menschen sein, der geboren wird und sterben muß. Es muß sich dann um ein ganz literal allumfassendes Bewußtsein handeln, das sich jedes einzelnen Menschen als einer Art von intelligentem Monitor bedient, um das beobachten zu können, was gerade in dessen Aufmerksamkeitsfokus ist, bevor er sein konstruktionsbedingtes Verfall-datum erreicht und nicht mehr funktioniert. Die Menschenwürde bleibt in beiden Fällen auf der Strecke und wir haben nur die Wahl zwischen zwei narzißtischen Kränkungen. Einmal sind wir per se nichts von Bedeutung und das andere Mal nur ein temporäres Instrument. Das einzige, was wir im zweiten Fall noch sinnvoll tun können, ist möglichst genau zu beob-achten, um ein möglichst guter Monitor zu sein. Im ersten Fall ist es ohne-hin vollkommen gleichgültig ob wir sind, was wir tun und ob wir über-haupt etwas tun.

Nun gibt es ein trotziges Aufbegehren gegen solche Bedeutungslosig-keit. Über Jahrhunderte hinweg bezeugen eine Vielzahl von Heiligen un-terschiedlichster Provenienz unisono: Entsage der Welt und deine Seele wird leben und frei sein; sei es im Nirvana oder im Paradies. Solch asketi-scher Geist scheint einer Wahrheit des Daseins zu entsprechen, die auf der höchsten Stufe menschlicher Möglichkeit steht. Auch die profane, auf weltliche Ziele hin ausgerichtete Lebenspraxis bezeugt den asketischen Geist als mächtige Antriebskraft. Ein clear case dafür ist die protestantische Ethik als der „Geist des Kapitalismus” nach Max WEBER. Solange, wie sich der Mensch nicht aus dem Gehäuse der Hörigkeit seiner animali-schen Triebe befreit, scheint kein Fortschritt möglich zu sein.

Der Geist fordert also die Abkehr von der Materie, die zugleich unse-re Prägeform ist. Unser Dilemma ist damit seiner Struktur nach nicht die Wahl zwischen zwei Kränkungen, sondern besteht ganz analog zur ödipa-len Triade im strukturalen Zwang zur Autonomie. Wir sind zwei unver-einbaren Ausschließlichkeitsansprüchen ausgesetzt, wobei der Geist mit dem Vater und die Mutter mit der Materie gleichgesetzt werden kann. Unsere Bestimmung ist es damit, das Dritte, Neue zu werden, das in uns als der conclusio aus diesen zwei Prämissen vergegenständlicht und seiner Möglichkeit nach enthalten ist. In diesem Neuen sind dann die Widersprü-che aufgehoben und Geist und Materie miteinander vermittelt. Zu fragen ist, wie das geschehen und was das Neue sein kann.

Wenn wir die konfligierenden, auf den Ebenen von Materie und Geist unvereinbaren Ausschließlichkeitsansprüche an den Menschen anerkennen und in ihm aufheben wollen, dann müssen wir eine Wahrheit suchen, die beiden die ihnen zukommenden Anteile an Lebenspraxis und Bewußtsein gibt und dies vor unserem Denken rechtfertigt. Dabei dürfen wir weder den Geist noch die Materie in ihren Wirklichkeiten einschränken, sondern müssen die souveräne Wahrheit anerkennen, aus der sie ihre Wirkungs-macht beziehen. Wir müssen also davon ausgehen, daß überall dort, wo eine radikale These einen starken Eindruck in unserem Bewußtsein hin-terläßt, etwas vor uns steht, das nicht nur Irrtum ist, sondern wesentlich verdeckte Wahrheit, die es abzuschichten gilt, um sie zu entbergen. Kom-promisse dürfen wir dabei nicht eingehen, den ein Kompromiß ist niemals eine wahre Vermittlung, sondern immer nur ein bestenfalls beiden strei-tenden Parteien gerecht werdender Interessenausgleich. Vermittlung hin-gegen ist eine Art von Versöhnung, die auf der Grundlage reziproker An-erkennung und Verstehen eine Einheit erzeugt, die zuvor zerbrochen oder nicht existent war.

Eine solche Einheit haben wir oben bereits gefunden und als allum-fassendes Bewußtsein benannt. Dort erkennen sich Materie und Geist wechselseitig als wirklich an, denn sonst könnten sie nicht darin vermittelt aufgehoben sein und das Bewußtsein wäre dann nicht allumfassend. Das heißt für den aus Materie und Geist folgenden Menschen, daß es sein Ziel sein muß, sich aus der Gefangenschaft in seiner Ich-Identität zu befreien und sein Ich-Bewußt-sein in ein umfassenderes zu transformieren. Er muß eine umfassende Erkenntnis erlangen, die intensional zugleich die Wahr-heit der Einheit und diejenige der Vielfalt beinhaltet und deren Struktur-gesetzlichkeit begrifflich begreift. Dann sind seine Widersprüche erklärt und aufgehoben. Und er kann als Mittler die aufsteigende Vereinigung von Gott und Mensch bewirken, nach der wir alle streben.

Diese Vereini-gung ist der Übermensch und er ist kein himmelsstürmender Titan oder eine blonde Bestie, sondern ein wirklichkeitsoffener, authentischer Den-ker, der die Materie als sich ausformende und ausdehnende Ausdrucksge-stalt des Geistes wahr nimmt und dies durch sein Denken bewirkt. Dieser Denker entbirgt den Geist als Seele, Wahrheit und Wesen der Materie und beide erkennen und bekennen sich wechselseitig als wirkliche Arten des Gegebenseins eines in seiner Bedeutung Einen. Reziprok dazu entbergen diese dem (kon-)-sequen-tiell abschichtenden Bewußtsein Lebenspraxis und Bewußtsein als aktive Gestaltungen und Instrumente der Trägheit eines in der Zeit beharrenden und ruhenden Bewußtseins des Seins, das sich in diesen Formen materiell ausdehnt und ausdrückt. In genau diesen Ausdrucksgestalten gibt dieses sich als erkennbares und zu erkennendes dem Menschen, weil es nur darin vom Menschen erkannt werden kann. Anders könnte es nicht vollständig in den durch die Sinne begrenzten Aufmerksamkeitsfokus der Lebenspraxis gelangen. So aber steht dem Menschen in seiner Praxis eine Vielfalt ihrem Sinn nach verschiedener Ausdrucksgestalten sinnlich vermittelt gegenüber und er kann qua Sprachlichkeit deren eine Bedeutung rekursiv abschichtend rekonstruie-ren.

Jede einzelne Ausdrucksgestalt ist gleichsam ein Symbol des Univer-sums, das sich damit in einem Ur-Text dokumentiert und fortschreibt. Ge-lingt es dem Menschen dann, seine Sprachlichkeit extensional und inten-sional so weit und tief zu entwickeln, daß die Begriffe einer je konkreten Sprache diesen Symbolen sachlich adäquat werden, so erhält er eine iden-tische Zweitschrift. Seine Sprache ist dann zu einem reinen und klaren Spiegel der Wahrheit des Seienden geworden.

Das Ziel der Evolution ist es dabei, immer vollkommener werdende Ausdrucksgestaltungen zu ermöglichen. Wenn es dem Menschen also qua Gentechnik eröffnet ist, dazu beizutragen, dann ist es ethisch geboten dies auch zu tun; allerdings rück-sichtsvoll und behutsam und nur diesem Ziel dienend.

Was ist jetzt aus dem weltentsagenden Asketen geworden, ist er noch gerechtfertigt, wenn er das Schweigen sucht und nicht das Sprechen? Auch Schweigen und Sprechen sind einander bedingende, dialektische Gegensätze. Sie sind zwei füreinander notwendige Aspekte von Sprach-lichkeit, einmal passiv und einmal aktiv, wobei das Ableitungsverhältnis asymmetrisch ist. Nur im aufnehmenden Schweigen kann das aufgefaßt werden, was in der Entwicklung des Begriffs sich dem angleicht, was als Wort Welt ist, denn der Bildungsprozeß dieser Aktivität bezieht seine An-triebskraft aus dem Sein selbst.

Der Mensch kann sich nur dann transzendieren, wenn er in sich schweigt und dadurch ein Nichts in seiner Mitte zuläßt, in das er etwas hineinvollziehen kann. Etwas Neues kann nur aus dem Nichts entstehen. Das Schweigen lehnt Welt daher nicht wirklich ab, sondern erhält im Ge-genteil ihre wirkliche Bewegung. Die scheinbare contradictio in adiecto von Schweigen und Sprechen ist ein Irrtum des scharfen Verstandes, der so sehr an klar abgegrenz-ten Gegenüberstellungen von Affirmation und Negation und deren plötzliches In-Ein-an-der-Umschlagen interessiert ist, daß er genau in dieser Dialektik die Dialektik verfehlt, weil er die gleich-zeitige Umfassung kategorial ausblendet. Der dreitaktige Erkenntnismotor von These-Antithese-Synthese ist ein Selbstläufer. Man braucht ihn nur anzulassen, indem man einen ersten Begriff intensional und extensional scharf und der Sache angemessen abgrenzt. Dann beginnt der Motor voll-kommen selbsttätig zu arbeiten und stellt uns erst den Gegenbegriff und dann den aufhebenden Gedanken zur denkenden Aufnahme zur Verfü-gung.

Versucht man aber diese Leistung in Anspruch zu nehmen noch bevor sie erbracht ist, so kann man ein umfassendes Bewußtsein nicht begreifen und muß innerhalb seiner Schranken bleiben. Man muß die Gedanken schweigend ins Bewußtsein auftauchen lassen und darf sie nicht durch zu frühes Sprechen in ihrem Spiel miteinander behindern. Und erst dann, wenn sich der aufhebende Gedanke durchgesetzt und sich dem Denken vollständig entborgen hat, darf man ihn auf den Begriff bringen, der dann wie selbstverständlich dafür bereit steht. Die drei so gewonnenen Begriffe verweisen als sinnstrukturierte Drittheit (oder Triade) dann auf das Vierte als ihre eine Bedeutung .

Zu fragen ist, ob es das Nicht-Seiende geben kann. Wenn das unter-schiedslose Sein unendliche Möglichkeiten von Unterscheidung und Ver-wirklichung zuläßt, dann erscheint das Nicht-Seiende als Wirklichkeit das Sein zu verneinen und alle Möglichkeit von Wirklichkeit zu verwerfen. Dann wäre das Nichts die Wahrheit und das Ich nur eine phantasmatische Gestalt eines romantischen Bewußtseins; eine Illusion.

Ganz strukturhomolog zu dem obigen Irrtum tappt auch hier der scharfe Verstand in die selbsterzeugte Falle seiner Scharfsinnigkeit. Das Nichts ist nur ein Wort und wenn wir es als Begriff nehmen, so ist dies ein Kategorienfehler. Das Nichts meint im Gegenteil Etwas, das noch jenseits des letzten Begriffes ist, auf den wir unsere Erfahrung zurückführen kön-nen. Das Nichts ist ganz eigentlich ein Etwas, das noch jenseits der Mög-lichkeit von positivem Begreifen liegt. „Mit dem Sein ist es nichts” pflegte HEIDEGGER zu sagen und hat damit eine Wahrheit ausgesprochen und eine wahre Methodologie aufgezeigt. Wir erzeugen sprachlich ein fiktio-nales Nichts damit wir durch die Methode des sequentiellen Ausschlie-ßens von Möglichkeiten das übersteigen, was wir nach unserem Bewußt-seinsstand wissen können. Das gegenwärtige Nichts ist eine Null-Dimension und zugleich ein unendliches Alles, das dem begrenzten und scharf begrenzenden Bewußtsein als etwas Leeres erscheinen muß, weil es auf seinem gegenwärtigen Stand seiner Struktur nach nur Endliches be-greifen kann. Wirklich aber ist das Nichts das Einzige, das wahre Sein.

Wenn wir sagen, Neues kann nur aus dem Nichts entstehen, so spre-chen wir in einer notwendig zeitlich strukturierten Form von etwas, das jenseits von Zeit liegt. Und es stellt sich sofort die Frage, wann der An-fang dieses Prozesses war und wann er zu Ende sein wird. Dabei überse-hen wir die kategoriale Differenz. Zeit und Nicht-Zeit sind zwar aufeinan-der bezogen, können aber nicht miteinander vermischt werden. Beide sind für uns, weil wir uns nur in zeitlichen Begriffen ausdrücken können, ewig. Welcher redliche Denker wollte dann versuchen ein ewig Seiendes davon zu überzeugen, daß es gar nicht existiert und nur ein ewiges Nicht-Seiendes wirklich ist? Wie sollte man in einer Verneinung jeglicher Erfah-rung eine Strukturgesetzlichkeit erkennen können, die alle Erfahrung er-klärt?

Das noch Unerkennbare ist als reines Seiendes die Substanz aller sei-ner seienden Ausdrucksgestaltungen. Das Nicht-Seiende bedeutet, daß dieses von allen positiven Begriffen, die ein humanes Bewußtsein in sei-ner gegenwärtigen Form sich selbst gegenüber entwickeln kann, noch nicht erschlossen ist; auch nicht von den maximal möglichen Abstraktio-nen, auch nicht von dem Begriff der Transzendenz. Das noch Unerkennba-re „X” steht dabei zu den Begriffen, die es in seiner Wirklichkeit gültig ausdrücken nicht im Widerspruch, sondern dazu, daß es als Grenzenloses durch seine begrenzten Ausdrucksgestalten selbst begrenzt werde. Das Nicht-Seiende ermöglicht das Seiende ganz strukturhomolog dazu, wie das Schweigen das Sprechen ermöglicht.

Für das sich seiner selbst bewußt werdende Bewußtsein wird durch die gleichzeitige Bejahung und Verneinung des Seienden und des Nicht-Seienden kein logischer Widerspruch erzeugt. Affirmatio und Negatio sind für dieses keine contradictiones sondern komplementäre Ergänzun-gen. Damit ist die gleichzeitige Wahr-nehmung eines bewußten Selbst-Seienden als Wirklichkeit und des „X” als die gleiche Wirklichkeit ihrer Möglichkeit nach eröffnet.

Je mehr man auf diese Zusammenhänge reflektiert, um so deutlicher erkennt man, wie dürftig und hilflos die Worte einer Sprache sind, die we-sentlich aus einer Anmaßung des Ichs zu bestehen scheint und in katego-rialer Verkennung ihrer Bedeutung aus Atommülldeponien „Entsor-gungs-parks” machen kann, ohne daß die Sprachgemeinschaft aufschreit und sich gegen solche Enteignung der Wahrheit und die Vergewaltigung ihres Be-wußtseins empört.

Weitaus schlimmer noch als diese durchsichtigen und leicht erkenn-baren Verdummungen, weil soziologisch noch folgenreicher, ist es, wenn nichtdeutsche Inländer als Ausländer identifiziert oder sogar als ausländi-sche Mit-Bürger bezeichnet werden, obwohl sie keine Staats-Bürger sind. Diese Beispiele sind clear cases willkürlicher, den Sachen widersprechen-der Grenzkonstitution, die episte-misch notwendige Grenzen verwischt und zwingend zu falschen Schlüssen und sachlich falschen Begriffen führen muß.

In der Wissenschaft finden wir dieses Phänomen überall dort, wo sie subsumtionslogisch arbeitet. Dabei ist den Naturwissenschaften durch die konkrete Materialität ihres Gegenstandes die Möglichkeit von Irrtum oder Manipulation stark eingeschränkt. In den Erfahrungswissenschaften hin-gegen gibt es keinen solchen Irrtumsbegrenzer und die Forderung nach einer von vorn aus dem Nichts zu schaffenden Wissenschaftssprache er-scheint von daher als gerechtfertigt. Oder wir kehren wieder zu Latein und Griechisch zurück und überlassen die deutsche Sprache den Politikern.

Weiter erkennen wir, daß die Grenzen, die wir dem Bewußtseinspo-tential einziehen, aus der Begrenztheit unserer Erfahrung resultieren. Wir fokussieren auf das (noch) nichterkennbare „X” und entwerten und ver-neinen aus der Perspektivitität dieser Positionalität auch die übrigen Aspekte. Wir versuchen das, was wir vom Allgemeinen erfassen und wis-sen können in den relationalen Begriffen unserer je konkreten Besonder-heit zu fassen. Wir bejahen das Eine und Identische und zugleich diskri-minieren wir die Meinungen und partikularen Erfahrungen Anderer, was sich an meiner obigen Polemik leicht ablesen läßt.

Es geht uns darum, unseren subjektiven Identitätsentwurf durchzuset-zen, indem wir versuchen, unseren ichhaltigen Meinungen und Erfahrun-gen soziale Geltung zu verschaffen. Wir versuchen sehr unvernünftig zu Lasten Anderer zu individuieren. Dabei wäre es viel vernünftiger zu ler-nen, zu warten und zu schweigen. Das gilt auch für mich und die vorlie-gende Arbeit. Weil aber Individualisierung (als die Ausformung eines be-hauptenden Ichs in Abgrenzung zu Anderen) eine der paradoxalen evolu-tionären Gesetzlichkeiten ist, unter denen sich unsere Lebenspraxis zu vollziehen hat, müssen wir ganz unvernünftig von den Dingen sprechen, die wir nicht sagen können. (Dies funktioniert letztlich doch, weil wir mehr sagen als wir meinen und als wir uns vorstellen können.) Demgemäß spreche auch ich viel zu früh, lasse die Gedanken sich nicht schweigend entwickeln, sondern behindere durch mein frühes Sprechen meinen Er-kenntnisprozeß. Ich bin leider noch viel zu weit davon entfernt und mir noch viel zu sehr entfremdet, als daß sich ein letzter Gedanke in meinem Denken ausformen  könnte und darf daher auch nicht versuchen, das „X” auf den Begriff zu bringen, weil dieser noch nicht dafür bereit steht. Ich will daher nach möglichst variablen, flexiblen Universal-Containern su-chen, die sich ihren je konkreten Inhalten anschmie-gen und so ihrer Mög-lichkeit nach deren Möglichkeit ungehindert zum Ausdruck bringen kön-nen. Gelingt dies, so will ich mit deren Hilfe das „X” ein- und umkreisen und die Kreise immer enger ziehen. Für ein Bewußtsein, das sich noch in der gnostischen Trotzphase befindet, ist das die einzige Möglichkeit, gei-stiges Neuland zu erkunden und bewußt zu machen. Ich instrumentalisiere gleichsam den aktuellen Stand meiner Bewußtseinsentwicklung. Den Vorwurf des Narzißmus erkenne ich dabei ebenso an, wie den der Koket-terie.

Wir haben entdeckt, daß es für ein individuelles Bewußtsein möglich ist, eine Position zu beziehen, aus deren Perspektivität das Selbst ein un-angemessener Begriff zu sein scheint. Es ist möglich, in einen Dialog ein-zutreten, der ein Schweigen jenseits des Schweigens ist. Aber auch das ist nicht das Ganze. Es ist nicht die einzige, alles andere ausschließende Wahrheit. Denn es ist möglich, ein sich selbst nichtendes Ich mit einem Willen zu verbinden, der in der Welt handelt. Wenn aber der Mensch Schweigen und Sprechen in sich vereinigen kann, dann muß dessen Seele in ihrer Progression in das Nicht-Seiende regredieren  können, ohne da-durch das Seiende zu verlieren.


Wir erkennen, daß alle Affirmation einen Zustand oder eine Aktivität eines Nicht-Erkannten behauptet und alle Negation, daß es sich nicht in diesem Zustand befinde oder frei von dieser Aktivität sei. Zu diesem Nicht-Erkannten zählt auch dasjenige Nicht-Erkennbare, das sich un-serem Bewußtsein gegenüber als das Erhabene, das Wunderbare und Unaussprechliche formu-liert, sich aber dieser Formulierung sofort wieder entzieht, wenn wir beginnen darauf zu reflektieren. Dies ist ausgesprochen irritierend. Wie soll Ich (I) mich denn dann erkennen können, ohne Mich (Me) mühsam und notwendig irrend aus den Spuren zu rekonstruieren, die das hinterlassen hat, was immer schon verschwunden ist, wenn Ich danach greife?

Gibt es da einen bösen und heimtückischen Geist, der seinen Spaß daran hat, uns mit dem Erhabenen zu locken, nur um uns so lange vom Irrtum zur Unwahrheit zu führen, bis wir letztlich alles verneinen? Gibt es den Geist, der stets verneint und dem Menschen unausweichliche Fallen stellt, ihn einfängt und in ein Gefängnis sperrt, dem er nicht mehr ent-kommen kann?
Dies ist eine mögliche Lesart. Trifft sie zu, so bleibt uns nur eine ein-zig sinnvolle Handlungs-alternante, nämlich dem Demiurgen den Kampf anzusagen und seine mißratene Schöpfung in einem universalen Suizid zu vernichten.

Es wäre allerdings ebenso möglich, daß dieser Geist nicht böse, son-dern weise ist und uns so lange von Wirklichkeit zu Wirklichkeit führt, bis wir an der tiefsten und weitesten angelangt sind, die wir gerade noch be-greifen können.

Welche der beiden Lesarten zutrifft, kann nicht entschieden werden. Ich gehe von der zweiten aus, weil es sonst nicht sinnvoll wäre, meine Arbeit fortzusetzen. Ich behaupte also eine allgegenwärtige wahre Wirklich-keit und nicht eine allgegenwärtige Ur-Sache ständig zunehmender Un-wahrheit. Dies impliziert, daß die verschiedenen begrifflichen Formulierungen für das Nicht-Erkannte als gültige Ausdrucksgestalten einer Wahrheit aufgefaßt werden müssen, die jenseits dieser Begriffe liegt. Es gilt daher die radikalsten und beeindruckendsten dieser Begriffe als Arten des Gegebenseins von Wahrheit zueinander in Beziehung zu setzen und in ihrer Auswirkung auf Lebenspraxis zu verstehen, um so ihre verborgene Bedeutung entbergen zu können. Ich versuche also ihren Sinn abzu-schichten, um ihre Bedeutung zu entdecken. Der Begriff einer allgegen-wärtigen Wirklichkeit impliziert dabei, daß sowohl das Nicht-Seiende als auch das Seiende wahre Arten des Gegebenseins oder Zustandsformen dieser Wirklichkeit sind.

Der Schluß, daß wenn das Eine wirklich ist, die Vielen nicht wirklich sein können, ist ein Irrtum des scharfen Verstandes. Er kann nicht aufrecht erhalten werden, denn das Eine hat sich als ein Nicht-Erkann-tes erwiesen, das uns in vielen Ausdrucks-gestal-ten gegeben ist und dem bewußten Bewußtsein des Menschen noch unvermittelt ent-gegen-steht. Mehr können wir über das Eine das wir sind und in allem sehen - ohne es zu erkennen - nicht sagen.

Für eine je konkrete Lebenspraxis gilt damit, daß sie struktural ein in-stitutionalisierter Knotenpunkt von drei rekursiv selbstreferentiellen Be-wußtseinsdimensionen ist: Einem individuellen, einem kollektiv-univer-salen und einem transzendenten Allgemeinen, wobei das Einzelne im Be-sonderen und das Besondere im Allgemeinen eingebettet und davon durchdrungen ist.

Im Regelfall betrachtet sich der individuierte Einzelne in seiner Praxis als ein begrenztes Individuum, das in der Welt ist. Sowohl Individuum als auch Welt sind dabei von jenem abhängig, das beide transzendiert. Diese Transzendenz bezeichnen wir in der Regel als Gott, der damit für unseren Verstand außer-weltlich wird. Aus dieser Trennung folgt direkt die Ent-wertung des Einzelnen und der Welt. Die logische Konsequenz daraus ist, daß Individuum und Welt für uns nicht mehr sein können, wenn wir in die Transzendenz eintreten.

Eine integrale Anschauung führt nicht zu diesem Schluß. Ganz strukturhomolog dazu, daß Ich seinen Leib nicht verlassen muß um sich bewußt werden zu können, sondern sich im Spiegel des Anderen - gleichsam mit dessen Augen - erkennen kann, können wir eine egodezentrierte Position beziehen ohne unser Ich zu verlassen und aus deren Perspektivität im Spiegel unserer Gegen-Stände und unserer Lebenspraxis unsere kollektiv-universale und auf der nächsten Stufe des Prozesses unsere allgemeine Bewußtseinsdimension erkennen. In der Welt handelnde Lebenspraxis steht nicht im Widerspruch zum Erkenntnisprozeß sondern ist im Gegen-teil sogar dessen causa materialis, weil das Welt Transzendierende zu-gleich eins mit Welt ist und dem Menschen das Eine nur in der Erfahrung von Welt gegenübersteht. Der einzelne Mensch ist dabei die höchste Ver-dichtung des allgemeinen Bewußtseins als dessen maximal materiale Mit-te. Er ist gleichsam der materiogeistige Mittelpunkt des Universums, das eine begrenzte Ausdrucksgestalt des Einen ist, die von der Immanzenz dessen unbegrenzbarer Formlosigkeit völlig eingenommen wird.

Das ist die strukturale Bedeutung des Einzelnen, die durch unsere Unkenntnis und unser falsches Bewußt-sein von den Dingen verdeckt ist und deren intuitive Ahnung sich in Hybris und Narzißmus manifestiert.

Wenn uns der Weltprozeß zum richtigen Bewußtsein führt, so ändert dies nichts Wesentliches an der wahren Beziehung. Diese ist ewig. Aber der Positionswechsel impliziert eine Veränderung der Perspektivität und die bewußte Sicht der individuellen Mitte impliziert dann eine Transfor-mation von Geist und Wirkungsmacht der konkreten Lebenspraxis. Der Einzelne ist nach wie vor für die Wirklichkeit des Transzendenten not-wendig. Diese Struktur bleibt erhalten. Aber das bewußte Entbergen des Transzendenten im Individuum führt zu einem Selbst-Bewußt-Werden des Kollektiv-Universalen. Deshalb ist es für den Weltprozeß zwingend not-wendig, daß der Einzelne auch dann noch handelt, wenn er diesen Be-wußtseinsstand erreicht hat. Tut er das nicht, so ist die Welt dazu verur-teilt, auf ewig in Dunkelheit zu verharren und der Schau-platz von Qual, Leid und Illusion zu bleiben. Deshalb ist es nicht nur legitim, sondern so-gar geboten, früh zu sprechen. Allerdings nicht so früh, daß die werdende Erkenntnis von Borniertheit, Dummheit und Ignoranz wieder zerstört wer-den könnte.

Die Welt als Illusion ist der radikale und beeindruckende Begriff des Asketen. Wenn aber das Dasein in der Welt selbst eine Illusion ist, dann kann das bewußte Werden des Einzelnen keinen wirklichen Sinn haben. Nach der monistischen Lehre ist die individuelle Seele mit dem Erhabenen eins. Die Empfindung ihres Getrennt-Seins ist Unwissenheit und die Flucht aus dieser Unwissenheit ist die Erlösung.

Wem nützt solche Flucht? Bei dem Erhabenen selbst ist vorausge-setzt, daß es immer und unwandelbar sei, und zwar frei, still, schweigend und rein. Dies ist also allem und damit auch solcher Flucht gegenüber vollkommen indifferent. Und die Welt bleibt ständig Illusion, ob nun eine Seele flieht oder nicht. Es ist also die individuelle Seele selbst, der diese Flucht aus der Trennung nützt, indem sie Seligkeit bewirkt. Dies sugge-riert, daß es genau im Ereignis dieser Befreiung eine Wirklichkeit der in-dividuellen Seele gäbe, die von Welt und vom Erhabenen unterschieden ist. Für den Illusionstheoretiker ist aber auch die individuelle Seele selbst Illusion.

Daraus folgt: Die Flucht einer nur illusionären Seele aus einer nur illusionären Gebundenheit in einer nur illusionären Welt ist das höchste Ziel, das die nichtseiende Seele anstreben muß. Und daraus folgt ebenso zwingend: Es gibt keine Seele, die gebunden ist und keine die befreit ist und es gibt auch keine, die Befreiung anstrebt. Wenn das Universum tat-sächlich humorvoll sein sollte, dann wird es darüber herzlich lachen. Wenn die Seele zugleich Nicht-Seele ist, dann ist sie damit zwingend weder Seele noch Nicht-Seele. O quae mutatio rerum.

Man hält der Logik entgegen, daß diese Dinge halt ursprüngliche, un-auflösliche Wunder seien und daher nicht erklärt werden könnten. Sie sei-en pragmatische Fakten und müßten als solche akzeptiert werden. Der Konfusion könne man nur durch Konfusion entkommen und die Seele des Menschen könne ihren Egoismus nur durch einen höchsten Akt von Ego-ismus überwinden. Dies würde gleichsam den Knoten durchschlagen, der nicht zu entwirren sei. Andere Seelen sollten wir dabei als phantasmati-sche Erzeugnisse unseres Bewußtseins ansehen. Deren Erlösung sei voll-kommen unwichtig. Allein unsere eigene Seele sei ganz wirklich und nur auf deren Erlösung komme es an. Ich soll also seine persönliche Flucht aus der Gebundenheit als wirklich ansehen, während zugleich andere Seelen, die auch Ich sind, in der Gebundenheit zurückgelassen werden.

Es fällt nicht leicht, diese Antinomie anzuerkennen. Aber wir haben die Vielseitigkeit der Manifestationen der latenten Wahrheit zu akzeptie-ren, wenn wir deren Einheit behaupten. Damit ist genau dies die konkrete Strukturgesetzlichkeit des bewußt Seienden, daß es weder durch seine Einheit noch durch seine Vielfalt gebunden ist. Es ist in dem Sinne abso-lut, daß es vollkommen unabhängig und frei darin ist, alle möglichen Be-griffe, in denen es sich ausdrückt, einzubeziehen und beliebige Konstella-tionen zu erzeugen. Darin ist „niemand gebunden, niemand befreit, nie-mand, der sucht, frei zu werden”, denn das Bewußtsein ist immer schon vollkommene Freiheit. Es ist damit auch so frei, daß es nicht einmal durch seine Freiheit gebunden ist. Es kann sich als den Gebundenen inszenieren ohne in wirkliche Gebundenheit zu geraten. Seine Fessel ist die Selbst-Bindung. Dazu gehört auch die begrenzte Ich-Identi-tät, an die es sich bin-det, um materiogeistig individuieren zu können.

Das Transzendente ist jenseits der begrifflichen Gegensätze. In der Welt aber benützt es seine Freiheit zur Selbst-Gestaltung um aus sich selbst heraus ein System in komplementären Begriffen von Einheit und Viel-falt zu erzeugen. Es konstituiert seine vielfältige Einheit in drei For-men: dem Unter-, Mitten-, und Überbewußt-sein. Dies läßt sich daran able-sen, daß die Vielen, die als Ausdrucksgestaltungen des Einen in der Welt objektiviert sind, ihre Lebenspraxis als unterbewußte Einheiten beginnen, die zunächst nur bewußtlos handeln. Mit der Entwicklung des Mittenbe-wußt-seins wird das Ich dann zu genau jenem Ort der Oberfläche, aus dem die Wahr-Nehmung der Einheit hervortreten kann. Das sich seiner Mitte bewußt werdende Ich wendet seinen Begriff der Einheit aber zunächst nur auf die äußere Form und das oberflächliche Handeln an, weil es das, was hinter den Phänomenen operiert noch ebensowenig wahrnimmt, wie es den Gedanken, das es nicht nur mit sich selbst eins ist, sondern auch mit den Anderen, noch nicht aufgefaßt hat. Diese Einschränkung des kollek-tiv-universalen Ichs auf die davon getrennte Ich-Identität konstituiert unse-re aktuelle (auch die meine) individualisierte Personalität als notwendige Phase in einem Entwicklungsprozeß. Sobald aber das Ich das personale Mittenbewußtsein transzendiert, schließt es immer mehr das auf und ein, was für uns überbewußt ist.

Die Befreiung der individuellen Seele ist also der Schlüssel zur Wirk-lichkeit der Transzendenz. Sie ist die basale Notwendigkeit und der feste Mittel-Punkt, um den sich alles dreht, was sich bewegt oder bewegt wird. Sie ist der sich aufhellende Funke, in dessen Licht auch die bewußt inten-dierte Selbst-Manifestation in den vielen, bewußtlosen Lebenspraxen er-kennbar und erkannt wird. Denn wenn das sich transzendierende Bewußt-sein des Menschen seine Wahrnehmung der Einheit intensional und exten-sional ausdehnt, dann kann sich diese nicht auf die Einheit mit dem Tran-szendenten beschränken, sondern muß auch die Einheit mit den Vielen umfassen und beinhalten. Diese überträgt sich durch die Reproduktion der eigenen Befreiung in anderen Praxen. Z. B. dadurch, daß man seine Erfah-rung diskursiv mit Freunden teilt, die mit Freunden teilen und so multipli-kativ immer fort. Es entsteht immer schneller ein sich immer weiter fort-pflanzendes Selbst-Bewußtsein bis letztlich auch das kollektiv-universale transformiert ist und die Menschheit damit die nächste Stufe ihrer Ent-wicklung erreicht hat. Jede Lebenspraxis ist mit jeder anderen mittelbar verbunden. Wenn es nur einer einzigen gelänge sich zu transzendieren und dies nachvollziehbar zu vermitteln, so implizierte dies innerhalb von kur-zer Zeit eine Entwicklungsbe-schleu-nigung, die einer Transition der Menschheit gleichkäme.

Die beiden Grundhaltungen des allgemeinen Bewußtseins, nämlich die Freiheit nach innen und die Gestaltung nach außen, eignen bereits der sprachmächtigen Lebenspraxis in ihrer aktuellen Individuiertheit. Sie kann sich ihrer Möglichkeit nach transzendieren. Warum sie es dann nicht tut kann ich nicht sagen. Vielleicht gibt es doch den Geist der stets verneint, der den Menschen einfängt und gefangen hält. Oder ich befinde mich in einem Irrtum und die schweigenden Asketen haben doch die ganze Wahrheit erkannt.

Sollte ich nicht irren, so hat Welt eine Bedeutung und ein Ziel. Sie ist sinnstrukturiert und dieser Sinn beruht nicht auf dem Konstruktionswillen des denkenden Menschen, sondern auf der Existenz einer transzendenten Wirklichkeit, die Welt benötigt um sich darin ausdehnen und erkennen zu können.

Die gleiche Logik, die uns dazu geführt hat, daß das Dasein in der Welt weder Illusion noch zufällig ist, sagt uns, daß Welt keine aus sich selbst seiende Masse sein kann. Sie ist ein Phänomen, in das ein Sein in-volviert ist, das sich in Gestaltungen ausdrückt und im Individuum entfaltet.

Der Mensch strebt in seiner Lebenspraxis nach Licht und scheut die Dunkelheit. Man kann auch sagen, daß er vom Licht angezogen wird; zu-nächst bewußtlos naturwüchsig, dann aber mit sich entwickelndem Bewußtsein zunehmend erkennend.

Die aktuelle Bedeutung von Licht ist struktural die noch unvereinbare Einheit (von Welle und Impuls). Der Auf-stieg zum Licht als einer Metapher für die dialektische Erkenntnis einer (noch) unvereinbaren Einheit ist die Rechtfertigung für das Dasein des Menschen in der Welt.

Die strukturale Wirklichkeit, die hinter den einzelnen Phänomenen operiert, existiert in sich selbst. Sie hängt nicht von ihren Manifestationen ab. Diese (re-)prä-sentieren sie nur, erschöpfen sie aber nicht. Sie weisen auf sie hin, indem sie sie be-deuten und deuten, aber sie entbergen sie nicht. Das in den Formen enthaltene bewußte Sein wird erst zu dem was es ist, indem es sich selbst erkennt. Dies ist ein Prozeß der Aneignung und Inbesitznahme, wie er in der Individuierung des Menschen gültig ausge-drückt ist.

Wahre Erkenntnis impliziert immer die Empfindung von Glück, sei der Gegenstand der Erkenntnis auch noch so entsetzlich. Heureka! Und Ich wird von Glück durchströmt. Das ist die strukturale Motivation des Menschen, die im Begriff der Lust nur verkürzt erkannt ist. Das ist die eine, wirkliche Erfahrung, die übrigbleibt, nach dem wir alles andere ab-geschichtet haben: Entweder negativ, indem wir ihre äußeren Gestaltun-gen als Hüllen entfernen oder positiv, indem wir ihre Namen und Formen auf das zurückführen, was sie enthalten.

Gleichgültig, ob Reinheit, Stille und Freiheit im Geist unser Ziel ist oder Macht und Lust, Glück ist dafür der allgegenwärtige, unentbehrliche Begriff, nach dem das menschliche Bewußtsein im Erkennen und Fühlen oder im Empfinden und Handeln ewig sucht.

Welt und Individuum sind die beiden wesentlichen, strukturalen Phä-nomene, durch die wir uns dem Nicht-Erkannten nähern können. Alle anderen entstehen nur aus deren Zusammen-Wirken. Der Weltprozeß zeigt dabei eine sich selbstreferentiell aufstufende, rhytmische Dialektik von Rekursion. Auf der untersten Ebene ist die materielle Natur, die weder Seele noch Idee kennt aber in ihrer dumpfen und mächtigen Trance einen geordneten Wirkungsablauf ihrer Energie aufrecht erhält. Daraus kämpft sich die Welt empor, in einem sich beschleunigenden und immer weiter ausdifferenzierenden, anscheinend kontingenten und doch geordneten Rhytmus von Lebenspraxis, die sich bis zum Grenzfall des sich bewußten Bewußtseins hin durchringt und entwickelt. Damit ist der Kampf aber noch nicht zu Ende. Aus dem niederen oder Unter-Bewußtsein entsteht das Mitten-Bewußtsein, in dem eine Lebenspraxis zu sich selbst kommt, gleichsam zum Bewußtsein erwacht oder psychisch geboren wird. Mit dem Wach-Bewußt-sein des Menschen gewinnt Welt dann einen tapferen Soldaten für ihren Kampf und entlohnt ihn mit Glück, wenn er seine Sache gut macht. Welt gewinnt die ihrer selbst bewußte Individuiertheit.

Das wache Mitten-Bewußtsein nimmt den Kampf jedoch nur auf, um ihn fortzusetzen, nicht um ihn zu beenden. Es ist ein Kämpfer mit scharfer aber begrenzter Intelligenz, der konstruktiv gegen das Durcheinander der Materialien denkt, das ihm seine Lebenspraxis anbietet.

Soweit ist meine Analyse material gestützt und sachhaltig. Was folgt ist Spekulation: Wenn das Mitten-Bewußtsein das Durcheinander aufge-räumt hat, übergibt es die so entstandene Ordnung. Zu fragen ist, an wen, bzw. an welche Instanz? Die im inneren Kontext meiner Argumentation einzig mögliche Antwort darauf ist: An den Dichter unseres Lebens als dem Über-Menschen bzw. an das Über-Bewußt-sein. Deshalb muß Welt das Mitten-Bewußtsein übersteigen; zu einem höheren Prinzip hin, einer höheren Art ihres Gegebenseins und einer höheren Weise ihrer Kraftent-faltung, in der Welt und Individuum das erkennen und sich aneignen, was beide ganz eigentlich schon sind. In dieser Rückver-bindung werden sie über ihre Grenzen hinweg vereint sein.

Die Unordnungen von Lebenspraxis und Bewußtsein werden genau dann aufgehoben, wenn wir dahinter eine Ordnung entdecken, welche die physische übersteigt. Die basale Materie dahinter (oder evtl. besser: dar-unter) enthält zwar in sich Ausgewogenheit und unermeßliche Kraft, aber sie besitzt das nicht, was ihr eignet. Ihr Friede besteht in dumpfer Trägheit oder gar in der unbewußten Bewußtlosigkeit eines eingesperrten und be-täubt schlafenden Bewußtseins. Ihre Kraft bedeutet zwar ihr wahres Selbst, sie kann aber deren Sinn nicht begreifen und sich damit auch nicht an-eignen im Sinne von In-Besitz-Nehmen.

Das Bewußtsein von Lebenspraxis empfindet diesen Mangel in einem Prozeß suchender Unwissenheit als wirres Verlangen und gehemmte Be-gierde. Das ist die erste Stufe der Selbst-Erkenntnis und Selbst-Füllung. Es ist die Stufe, auf der wir uns aktuell bewegen und im Kreise drehen. Erst auf einer höheren können wir das gewinnen, was die Ausgeglichenheit der basalen Materie in grober Form (re-)prä-sentiert.

Mensch und Welt sind für einander notwendig und haben von einan-der ihren Nutzen, der in einen (all-)gemeinschaftlichen (oder genuin so-zialen) Aufstieg gipfelt. Welt ist eine Ausdeh-nung des Nicht-Erkannten in die Unendlichkeit von Raum und Zeit und das Individuum ist dessen indi-viduelle Verdichtung innerhalb dieser Grenzen. Das Nicht-Erkannte sucht in seiner Ausdehnung nach der Totalität, die es zu sein fühlt ohne sie darin verwirklichen zu können. Denn in seiner sich ausdifferenzierenden Aus-dehnung wird das Sein zu einer pluralistischen Summe seiner selbst, die weder die erste noch die letzte Einheit sein kann, sondern nur eine ewige Wiederholung ohne Anfang und Ende. Deshalb muß das Nicht-Erkannte in der Welt eine ihrer selbst bewußte Verdichtung seiner selbst schaffen, durch die es sein Begehren befriedigen kann.

Ganz strukturhomolog aber gegenläufig dazu, daß das Nicht-Erkannte Natur geworden ist, wird Natur in ihrem Erkenntnisprozeß zum erkannten Nicht-Erkann-ten. Zugleich ist das Individuum gezwungen, sich selbst zu verwirklichen. Welt ist ihm dabei nicht nur Grundlage, sondern der indivi-duierende Mensch muß sich notwendig widersprüchlich allgemein und apersonal machen, damit er das Nicht-Erkannte, das seine Wirklichkeit ist, zum ungehinderten Ausdruck bringen kann. Zugleich ist es ihm geboten, bei aller Ausdehnung in eine Bewußtseins-Uni-ver-sali-tät für sich etwas zu bewahren und zu verstehen, das ihm dunkel und ichhaft in dem Empfinden von Personalität gegeben ist. Andernfalls wäre er als Mensch gescheitert und auch damit wäre sein Ziel verfehlt und seine Aufgabe bliebe ungelöst.

Welt tritt dem Individuum als System entgegen. Als ein System von Kräften, deren System es zu erkennen gilt. Das ist der Sinn von Fort-schritt. Der Mensch soll nicht in endlosen Wiederholungen nochmals und nochmals das beschreiben, was sich in seinen Ausdrucksgestalten immer schon selbst beschrieben hat, sondern er soll dessen Struktur erschließen.

Ebensowenig soll er das tierische Leben auf der höheren Stufe seines Mensch-Seins wiederholen. Das Tier begnügt sich mit der Befriedigung seiner tierischen Bedürfnisse und die Götter sind zufrieden, nur weil sie Götter sind. Dem Menschen aber genügt es nicht, seine Bedürfnisse zu befriedigen oder Mensch zu sein. Der Mensch kann erst dann zur Ruhe kommen, wenn er seine Aufgabe erfüllt hat. Er ist dasjenige Wesen, das seine Begrenztheit als Schmerz empfindet. Er allein kann seiner Möglichkeit nach von der Sehnsucht nach einem fernen Ideal ergriffen werden. Deshalb konzentriert der Geist sein Potential im Menschen.
Der Mensch ist der Denker und nur als Denker ist er Mensch. Er ist aber nicht nur ein denkendes Tier, sondern auch eine geistig empfängliche Seele. Das aus der Materie hervortretende, animalische Leben ist nur ein untergeordneter Begriff seiner Existenz. Das Gesamt von Denken, Fühlen, Wollen und Impuls, dessen wir uns bewußt werden und dann als Bewußt-sein bezeichnen, und das sich müht, die Materie und ihre Energien in seine Macht zu bekommen und sie der Gesetzlichkeit seiner fortschreitenden Transformation zu unterwerfen, ist ein mittlerer Begriff, in dem sich der Mensch in seiner Wirklichkeit aber auch nur vorübergehend findet. Das heißt, es gibt mindestens einen höheren Begriff seiner selbst, nach dem der Mensch sucht. Diese lebenspraktische Affirmation von etwas, das dem gegenwärtigen Ich-Bewußt-sein begrifflich überlegen ist, ist die Grundlage für die Wirklichkeit des Nicht-Erkannten im menschlichen Dasein.

Wird sich der Mensch der Ahnung eines Wissens bewußt, welches seine erste Idee von sich selbst übersteigt, beginnt er sich ein Bild davon zu machen. Dabei erscheint es ihm, als ob seine Affirmation zwischen zwei Negationen gestellt sei. Denn wenn er jenseits dessen, was er bis jetzt weiß, das allgemeine Bewußtsein erfährt oder erahnt und seine Gedanken darüber in Begriffe fasst, die zwingend seinem aktuell individuel-len Bewußtseinsstand entsprechen müssen, so erhält er Allmacht, Allwis-sen, Unendlichkeit, Unsterblichkeit, Freiheit, Liebe, Seligkeit, Gott etc. und muß feststellen, daß er je mehr er sich um deren Erkenntnis bemüht um so weniger davon erkennen kann. Weder ein einzelner (erste Negation) noch die Summe (zweite Negation) seiner Begriffe ermöglichen begreifen. Er gelangt daher zu der Überzeugung, daß sich das allgemeine Bewußtsein seiner begrifflichen Erfassung verweigert und spricht von Transzendenz; vom Jenseits, in dem es sei und daher vom diesseitigen Menschen nicht erkannt werden könne.

Aber auch diesseits, in der Welt, in ihm selbst und in seinem Umfeld stößt der Mensch stets auf die Negationen seiner Bejahungen. Letztlich ist es der Tod, der auf ihn wartet auch und gerade dann, wenn er das Leben bejaht. Das Böse zeigt sich als übermächtig und Krankheit, Irrtum, Schwä-che, Unbewußtheit, Trägheit, Kummer und Schmerz machen all sein Mühen zu Nichte.

Die Begriffe seiner Verneinungen sind ebenso beeindruckend, wie diejenigen seiner Bejahungen und sie scheinen viel erkennbarer, klar und deutlich, ja sogar bereits bekannt zu sein. Trotzdem bleiben sie mysteriös. Der Mensch weiß nicht, was sie sind und warum es sie gibt. Er sieht ihre Bewegungen in ihren Auswirkungen so, wie sie ihm erscheinen aber er kann die Gesetzlichkeit ihrer strukturalen Wirklichkeit nicht erschließen, ihr Wesen nicht ergründen.

Sind sie deshalb unergründlich, ihrem Wesen nach unerkennbar? Oder eignet ihnen gar keine wesenhafte Wirklichkeit? Sind sie nur Illusio-nen eines konstruktionsversessenen Geistes? Sind sie nicht-seiend?

Wenn wir die Wirklichkeit dieser Negation gänzlich bestreiten oder sie als bloße Illusion erklären, so bedeutet dies, daß wir das Problem ein-fach von uns weisen und die Erfüllung unserer Aufgabe verweigern. Für die Lebenspraxis ist das, was im Widerspruch zu Gott zu sein scheint, selbst dann noch wirklich, falls es sich nur als temporär herausstellen sollte. Diese Begriffe und ihre Gegensätze - nämlich das Gute, das Wis-sen, Freude, Glück, Leben, Stärke, Macht, Wachstum -  sind genau das Material, mit dem der Weltprozeß arbeitet.

Es mag dabei durchaus so sein, daß sie tatsächlich das Ergebnis oder die notwendige Begleiterscheinung eines falschen Bewußtseins sind; daß sie deshalb nicht wahr sein können, weil sie in ihrer Wirklichkeit durch eine falsche Auffassung dessen begründet sind, was der Mensch in der Welt ist.

Diese These ist material dadurch gestützt, daß gegenwärtig eine fal-sche Haltung des Menschen zu sich selbst, seinem sozialen Umfeld und seiner natürlichen Umwelt so evident geworden ist, daß sie nicht mehr verleugnet werden kann. Das, was der Mensch geworden ist, hat den Bezug und die Verantwortlichkeit verloren.

Geradezu paradigmatisch zeigt sich diese Entwicklung im Nachkriegsdeutschland, wo (im Namen einer unverantwortlichen, gleichsam seelenmörderischen „re-education“) NOVALIS, FICHTE, SCHELLING, HEGEL und HÖLDERLIN so entleert worden sind, daß man von einem deutschen Geist nicht mehr sprechen kann, daß der Begriff des Deutschen zu einer Metapher für das Böse geworden ist und nur noch der Nicht-Deutsche ein guter Deutscher sein kann, was direkt in den Nihilismus der Spaßgesellschaft führen mußte.


Diesen Widersprüchen zu dem, was der Mensch sein sollte und wer-den muß, ist er unterworfen. Wenn dies aber so ist, dann sind diese Wider-sprüche gegen die Wahrheit der Dinge Voraussetzungen des Fortschritts. Im Beispiel Deutschlands ist die Spaßgesellschaft also nicht die „Strafe“ für den „Sündenfall“ und die (kontrafaktisch als singulär behauptete) Barbarei eines sich im Nationalsozialismus des dritten Reichs ausformenden „Faschismus“ (um den kategorial falschen Begriff der Herrschenden zu gebrauchen), sondern eine causa materialis eines von vorn aus dem Nichts zu schaffenden neuen deutschen Mythos der Vernunft, der Welt und den Anderen als Subjekt anerkennt und mit einschließt. Die Zivilgesellschaft ist ein erster Irrtum auf dem Weg dazu.

Seine Widersprüche sind das Kapital des Menschen und zugleich sein Lösegeld, mit dem er sich freikaufen kann. Denn aus diesen falschen Be-ziehungen und mit ihrer Hilfe müssen wir die wahren Beziehungen suchen und notwendig finden. Der Geist der stets verneint, ist zwar der, der das Böse will aber er ist damit zugleich auch derjenige, der das Gute schafft, denn unser Wissen kann uns nur durch unsere Unwissenheit vermittelt werden. Das ist das „Mephisto-Prinzip”.

Es geht also nicht darum, das der Natur immanente Böse in uns abzutöten oder in einem Akt moralischer Chirurgie aus uns heraus zu operieren oder sich mit Abscheu vom Leben abzuwenden. Es geht ganz eigentlich um dessen Transformation und Aufhebung im dreifachen HEGEL-schen Sinne. Es geht struktural um Sublimierung und diese Struktur ist ganz homolog dazu, daß aus einem Schmierer ein Maler und aus einem Schreihals ein Sänger werden kann. Wir sollen also das für uns Böse in sein eigentlich Gutes aufheben, und den Irrtum und die Lüge in ihre Wahrheit.

Wie können solche Gegensätze ineinander übergehen, wenn der Alchimist, der Blei in Gold umwandeln kann, nur die Fiktion eines Wunschdenkens ist? Die einzig mögliche Antwort ist, daß es sich dabei nur um dialektische Widersprüche handelt, die ihrer Möglichkeit nach synthetisiert werden können.

Wir haben gesehen, daß das Nicht-Erkannte, jenseitige Nicht-Seiende, durchaus ein Sein sein kann. Und wenn alles eine einzige selbstreferentielle Wirklichkeit ist, dann kann deren grundlegende Struktur in jeder einzelnen Ausdrucksgestalt abschichtend erkannt werden. Das heißt, wir können in den Dingen das erkennen, was sie zu bestreiten scheinen. Nachdem diese Möglichkeit für unsere bewußte Erfahrung aber nicht verwirk-licht ist, muß sich diese in einem fundamentalen Irrtum befinden. Es kann nur unsere Ignoranz sein, welche uns die Dinge so ungeheuerlich verfälscht.

Wir blicken jetzt auf den Horizont des aktuell Erkennbaren und bemühen uns vergeblich darüber hinaus zu schauen. Die Dialektik der Erkenntis zwingt uns aber es trotzdem zu wagen. Wir müssen es mit dem Dunklen aufnehmen, in die unergründlichen Tiefen des Bewußtseins tauchen und uns mit Zuständen unseres Wesens identifizieren, die uns fremd sind.

Während uns die manifeste Sprachlichkeit bis dahin höchst hilfreich war, verläßt sie uns jetzt. Dennoch lassen sich einige Symbole und Bilder finden, deren gerade noch ausdrückbare Andeutungen unserem Bewußtsein die Strukturen reflektieren, die wir erkennen wollen.

MfG
JB

----- Original Message -----

From: Elfriede Schumacher

Sent: Saturday, April 09, 2005 9:52 AM

Subject: AW: LERNEN... Konkrete Nachfrage zum Mythos "AH"

Sehr geehrter Herr Mahler,

 1. Ich schreibe nicht, damit mir geantwortet wird. Aber ich antworte trotzdem. Was Sie dann damit machen,  ist Ihre Angelegenheit. Sie machen in meinen Augen potentiell menschlich - geistig den größten Fehler , den es gibt, sie lassen Geist frei irgendwo undefiniert herumfliegen , herumgeistern, Aber es gibt keinen Geist ohne Träger, wie  soll das sein, sie abstrahieren und um Ihre Abstraktionen sich dann selber verständlich zu machen , werden Sie plötzlich Materialist, Sie sprechen von Erdoberfläche, von Beinen, von Anziehungskraft etc. Wieso soll Gott an sich nur Geist gewesen sein, nur weil Hegel es so wollte?

Es ist unbestritten, daß Hegel ein Genie ist, aber vergessen dürfen wir nicht als wer er spricht, als Mensch, als leiblich verkörperter Mensch. Daher kann er nicht darüber befinden, daß Geist ohne Körper denkbar ist, denn Denken funktioniert zuerst einmal nur über den Körper. Daher müssen wir einfach davon ausgehen , daß Stoff und Form identisch als ein Selbstverhältnis der Welt sind, zumindest als Menschengeist.  Beide sind nicht zu trennen. Wer sie trennt , trennt sie aus der  tätigen Vereinigung heraus, paradoxerweise , aber zu seiner Rettung nur,  logisch . Wie soll der körperlose Gott, den Begriff Mensch denken, wenn er als körperloser notwendig ohne Bewusstsein ist? Der Geist müsste, um den Begriff eines leibhaftigen ICH denken zu können, unvermeidlich selber leibhaftiger Mensch sein, wenn auch transzendental leibhaftig  in  seinem Primäruniversumszustand. , Geist als Stoff, kann eben den Stoff Wärme oder Licht bedeuten, wir sehen den Begriff Stoff immer nur unter der Maya des physisch-mineralisch  Verfestigten. Wenn Geist sich selbst erkennen will, muß er sich selbst gegenüberstellen, das heißt zum Objekt seiner Selbst machen,  also  Subjekt seiner Selbst-Objektivität werden muss.  Wir können nicht über den absoluten Geist urteilen, weil um zu urteilen, schon vorher Dingerfahrung notwendig ist, also Außenwelt. Der Absolute Geist ist Körper und Geist gleichzeitig.  Für das Urselbst eine Trennung anzunehmen zwischen Gegebenen und Begriff  kann uns nicht anstehen Wir können doch immer nur davon ausgehen,  wo die Trennung von Gegebenen und Begriff und wo die Vereinigung geschieht. Die Trennung liegt im Erkenntnisakte und die Verbindung im Gegebenen, in unserer Interpretation in dem für das Ur - Selbst Gegebenen.

2.  "Gott bedarf der Entwicklung in sich, um zu werden, was er ist: Geist. "

Das mag schon sein, aber sie erteilen eben als leibhaftiger Mensch dieses Prädikat, als ein Wesen was zwischen geschaltet ist zwischen der Natur und dem Geist. Den Geist in der Natur gibt es nur für den Geist, wie wollen wir ihn erkennen, wer er doch alles ist, sogar sein eigener Widerspruch?`Das ist doch "witzig", was Sie da aussprechen. Wir Menschenleute sind wohl für den Allgeist  wirkliche Geister, aus unserem Vermögen dagegen sind wir nur potentiell Geister. Wir sind erst auf dem Weg, uns als sich selbst wissende Geister  ergreifen zu lernen.Der Ur- Selbst Geist hätte doch für sich nicht die geringste Veranlassung , die sogenannte physische Welt von Seiner Geistigen  Welt zu unterscheiden, denn für ihn gibt es nichts im ganzen Universum, was er nicht selber wäre. Herr Mahler, Geist gibt es nur als persönlich verkörperten Geist eines Menschen. Als ein solcher sprechen Sie, fällen Sie Urteile über den Ur Selbst Geist. Sie benötigen aber dafür den verdinglichten Geist, um überhaupt ein Erstbewusstsein zu erhalten von ihrem Geistigen Selbst. Ihr Denken orientiert sich aber zu aller erst auf einer Vorstellungsebene, die an physisch-physiologische Be-Dingungen geknüpft ist, auch wenn diese nicht gleichzeitig in Ihr Bewusstsein fallen. Im vorstellenden Denken betätigen sich aber eine entgegenstellende Kraft, welche Sie als Subjekt brauchen, um sich das Seiende als Objekt zum Bewusstsein zu bringen. Es ist dieselbe Kraft, welche im Weltinhalt überhaupt dafür gesorgt hat, daß es dort Gegenstände , Gegenständlichkeiten gibt, ja daß es ein dem harmonischen Weltenziel Entgegenstehendes gibt.  Wir stehen doch hier vor  und in einem Dauerwunder. Wenn die Natur als Subjekt und Objekt ICH ist, dann muß ich ja irgendwie in das Subjekt hineinkommen, was aber nur passieren kann, wenn das eigentliche Natursubjekt auf seine Existenz verzichtet, also subsistiert. Ich muß doch zu aller erst bevor ich mich als Ich empfinden und orientieren kann,  als Schöpfung aus dem Nichts ein göttliches Ich jenes Aktes voraussetzen, der mich als Ichsubjekt ins Leben ruft. Ich kann doch ohne die Natur das nicht empfinden, bzw, nachempfinden oder mitempfinden. Ich muß doch als Mensch mir erst einmal klar werden wie ein Gedanke entsteht. Er kann doch nur entstehen, in dem ich das Allgegenwärtigsein der natürlich-physiologischen Prozesse in meinem Gehirn und Nervensystem durch einen Willensimpuls in sich zurückziehe, um in den dadurch entstehenden Leerraum mich selbst in Form einer Gedankens "selbst-sichtbar" zu machen. Ich setze hier dann voraus, daß ein bewegendes Subjekt , jenes gedankenermöglichenden Willensimpulses als MEIN ICH in meinem Denken  als Denkwille tätig ist. Dafür ist aber nötig , den Ur-Schöpfungsakt  nicht nur im philosophischen Bewusstsein, sondern in der Verbindung von Natur und Geist im Denkakt des Menschen unmittelbar aufzusuchen. Der Geist , von dem Sie sprechen, sind sie selbst, der sich erkennend  "selbst-seiend-entdeckt.". Sie  sind die Verkörperung Ihres Schöpfergeistes, und  benötigen dafür seine Selbstenteignung durch Verdinglichung. Sie hypostasieren sich selbst als einen äußeren Gott oder Geist, sie entfremden ihr gegebenes physisch-geistiges  Selbst durch und von sich selbst. Aber als geschulter und geschliffener Geist als Rhetoriker beherrschen sie das eben. Sie schreiben ihrem Schöpfer vor , was er will. Das ist der helle Wahnsinn und endet dann auch kollektiv notwendig darin, wenn die sozial- zwischenmenschliche Verantwortung auf abstrakte entpersönlichte Geistmodelle gestellt wird. Da kann man dann nur noch leben mit dem Kategorischen Imperativ, der aber nur für die ein Instrument ist, die jeweilig die herrschende Klasse  über diejenigen anderen sind  , die sich der formell-logischen Entselbstung angeschlossen haben. Man muß sich dann als Herrschender schon was einfallen lassen, um die Selbstentfremdung der Anderen  " Auf dem Laufenden" zu halten. Es ist nicht leicht, moderner Herrscher zu sein.

3. Die "anthropologische Wende" der Philosophie im 20. Jahrhundert , die Sie erwähnen, ist bei Lichte besehen nichts anderes als die Judaisierung des Deutschen Idealismus. Warum sollte Alljuda sich nicht auch an der Deutschen Philosophie vergangen haben?

 Ihre Argumentation macht nur Sinn, wenn die Voraussetzung der wechselbezüglichen Selbständigkeit  von Mensch und Gott - eine wesentlich Jüdische Denkform - anerkannt ist. Aus Deutscher Sicht ist das gerade nicht der Fall.

Wer sagt denn , dass wir uns nicht verstehen, Sie bringen es exakt auf den Punkt. Irren nun aber gewaltig beim letzten Satz, denn aus Deutscher Sicht ist das gerade der Fall : DER FALL MAX STIRNER! Also wir wollen doch bei aller persönlichen Vorlieben , doch zumindest philosophiegeschichtlich objektiv bleiben.

Ich muß mich immer wieder wundern, wie der Große Geist, der Manitu der Philosophiegeschichte körperlos gedacht wird, und derjenige, der ihn aus seiner Situation als Natürlicher Mensch denkt, vergißt, dass es gerade dieser entkörperte Geist ist, der ihn selbst körperlich-materiell am Leben hält( Im Umgangsdeutsch spricht man das irgendwie sogar dramatisch aus, " am Kacken hält") Sie und auch  die Vertreter des Judentums arbeiten mit einem Begriff des "Menschen" so, als ob dieser Begriff unproblematisch wäre. Dieser Begriff ist aber nicht nur sehr problematisch , er ist vielmehr dem Gericht( bewusst für Sie den Anwalt gewählt) unterworfen, wenn autonome Erfahrungswissenschaft in der Lage sein wird, über das " Wesen des Menschen" die Auskunft zu erteilen : DAS WESEN DES MENSCHEN IST DER SCHÖPFER DES MENSCHEN! Das Judentum, indem es den Messias als natürlichen Menschen und nicht als den "Geist" weiß, hält bis in die zukünftige Gegenwart die Möglichkeit offen, Geist ein Prädikat des Menschen sein zu lassen und nicht umgekehrt. Das hat Bedeutung hinsichtlich der Frage "Schöpfer". Der erste Gedanke des Judentums ist der persönliche Gott , der den Menschen erschafft, sein letzter Gedanke wird wiederum der Schöpfer sein. Der Schöpfer ist der Tod, der Schöpfer ist keine Ideelles Prinzip, ist aus Zufall Schöpfer, der Leichnam dieses faktischen Menschen . Der Schöpfer ist keine Idee, sondern Geist als dieser lebende Leichnam. Das Christentum, indem es den Christus unverstanden als Gott hat, begibt sich der Möglichkeit, die Auferstehung des Christus als Wirkung des LEIBES zu wissen. Welches Leibes? Antwort : Des Leibes des gegenwärtigen Schöpfers, des lebenden Leichnams.  Nur in dieser Anschauung des Schöpfers Tod gerät die famose Judenfrage  in das Stadium der Selbstzersetzung, und erhält das angemaßte christlich-theologische Thema "Schöpfer" endlich einen Sinn.

Ich denke, ich habe mich selbst verstanden durch Ihr Mich-Verstehen! Das ist doch was! Mal sehen, durch wen ich mich morgen verstehen werde.

mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Schumacher

 

 -----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: Horst Mahler [mailto:hm@horst-mahler.de]

Gesendet: Freitag, 8. April 2005 22:46

An: 'Elfriede Schumacher'

Betreff: AW: Der Mythos AH, Jung und Sandburgen bauen mit Horst Mahler

Lieber Herr Schumacher,

 

Sie zitieren Max Scheler:

 

 "  Der Mensch ist also nicht Nachbildner einer an sich bestehenden oder schon vor der Schöpfung in Gott fertig vorhandenen   Ideenwelt ( Hegel) oder Vorhersehung, sondern er ist Mitbildner , Mitstifter und Mitvollzieher einer im Weltenprozesse und mit ihm selber WERDENDEN ideellen Werdefolge. Der Mensch ist der einzige Ort , in dem und durch den das Urseiende sich nicht nur selbst erfasst und erkennt, sondern er ist auch das Seiende, in dem er in freier Entscheidung Gott sein bloßes Wesen zu verwirklichen und zu heiligen vermag. Die Bestimmung des Menschen ist mehr , als nur Knecht und gehorsamer Diener zu sein,   In seinem Menschsein, das ein Sein der ENT SCHEIDUNG ist, trägt der Mensch die höhere Würde eines Mitstreiters , ja Mitwirkers Gottes, der die Fahne der erst mit dem Weltprozess sich verwirklichenden Gottheit allen Dingen voranzutragen hat im Wettersturm der Welt."

 

Wenn der Teilsatz: "Der Mensch ist also nicht Nachbildner einer an sich bestehenden oder schon vor der Schöpfung in Gott fertig vorhandenen   Ideenwelt (Hegel) ..." so verstanden werden soll, daß Hegel meine, der Mensch sei " Nachbildner  einer ... schon vor der Schöpfung in Gott fertig vorhandenen Ideenwelt ..." wäre das eine unrichtige Wiedergabe Hegelscher Gedanken. Hegels  Kerngedanke ist, daß Gott am Anfang nur erst Geist an sich ist (die Eichel, aus der der Baum erst noch hervorgehen muß). Der Geist ist nichts anderes als das Not-wendige Hervorgehen seiner aus sich selbst und die Anerkennung des Gewordenen als sein Selbst. Mit diesem Gedanken ist zuallererst ihm der Ausbruch aus dem Käfig der gotteslästerlichen Religionen und die Darstellung der Würde des Menschen gelungen: Der Mensch in seiner Qual  ist nicht länger das Objekt göttlicher Schaulust sondern selbst göttliches Subjekt.

 

Tatsächlich bringt es Scheler fertig, den Hegelschen Standpunkt als sein eigenes philosophisches Vollbringen  auszugeben. Er ist nicht der einzige, der so verfährt.

Gott bedarf der Entwicklung in sich, um zu werden, was er ist: Geist.

Die "anthropologische Wende" der Philosophie im 20. Jahrhundert , die Sie erwähnen, ist bei Lichte besehen nichts anderes als die Judaisierung des Deutschen Idealismus. Warum sollte Alljuda sich nicht auch an der Deutschen Philosophie vergangen haben?

Ihre Argumentation macht nur Sinn, wenn die Voraussetzung der wechselbezüglichen Selbständigkeit  von Mensch und Gott - eine wesentlich Jüdische Denkform - anerkannt ist. Aus Deutscher Sicht ist das gerade nicht der Fall. Der Mensch ist in Gott und Gott ist im Menschen - und nirgendwo sonst. Dabei sollten Sie nicht übersehen, daß der Mensch  sowohl das ganze Universum (die physikalische Welt) als auch der objektive Geist (Staat, Kultur usw.)  ist.  Sie brauchen nur einmal in Gedanken die Umdrehungsgeschwindikeit  der Erde etwas zu verringern. Sie  müßten dann zu dem Schluß kommen, daß wir uns nicht mehr auf den Beinen halten könnten, sondern bewegungslos an der Erdoberfläche kleben würden, weil das uns bestimmenden relative Gleichmaß von Anziehung und Abstoßung zugunsten der Anziehung verschoben wäre und wir "dafür nicht gebaut sind".  D.h. die kosmischen Maße sind die Maße des Menschen. Oder denken Sie sich die Polizei und die Justiz weg: würden wir dann nicht  im Elend leben und zugrunde gehen, weil der vernünftige Wille (das Gesetz) , der wir ja sind, keine Macht hätte?

Für weitergehende Erörterungen fehlt mir die Zeit. Ich hoffe Sie haben Verständnis dafür.

Mit freundlichen Grüßen

Horst Mahler

 

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